Schlussfolgerung Aktion "David"

Die Störsender arbeiteten, wie von der Stasi gewünscht: In vielen Bereichen im Osten Berlins war die achte Sendung vom 28. März 1988 nur noch schwer oder gar nicht zu verstehen. Die Stasi dokumentierte auf Karten, wo die Aktion "David" wirksam war. Allerdings wurde auch der Radioempfang in West-Berlin gestört, wogegen der Berliner Senat in einer offiziellen Stellungnahme protestierte.

Trotzdem initiierte die Staatssicherheit eine zweite Aktion unter dem Decknamen "David 2". Die nächste Sendung im April sollte erneut durch Störmaßnahmen unterbrochen werden. Anders als bei der März-Sendung reagierte Moderatorin Marenbach diesmal in der Sendung auf die Störmaßnahmen. "Wenn wir jetzt beim Fernsehen wären, könnten wir eine Schrifttafel einschieben, auf der würde stehen: Achtung Sendestörung im Bereich Berlin-Ost." Marenbach empfahl zur Verbesserung der Sendequalität auf Mono-Empfang überzugehen und versprach eine Wiederholung der Sendung. Insgesamt schaffte die Stasi es bei der ersten Sendung 18 Minuten und bei der zweiten 14 Minuten lang den Empfang zu stören. Als daraufhin weitere Proteste gegen die DDR laut wurden, stellte das MfS die Störmaßnahmen ein. So hatten etwa die West-Berliner Tageszeitung (Taz) und das Bundespostministerium versucht die Ursache der Störungen zurück zu verfolgen. Die Stasi musste sogar einsehen, "dass durch eine Kampagne westlicher Medien infolge der Störversuche, die Aussendungen von Radio Glasnost popularisiert und politisch aufgewertet würden und erfahrungsgemäß der Hörerkreis in der Hauptstadt der DDR und den angrenzenden Bezirken anwachsen werde." Die Störsender hatten zwar das Programm von Radio Glasnost unterbrochen, der Sendung aber zusätzliche Aufmerksamkeit und damit auch neue Hörer beschert. Zwei Wochen nach dem Ende der Aktion "David 2" entschied Mielke, den Empfang von Radio Glasnost vorerst nicht weiter stören zu lassen.