"Die Kunst ist immer Waffe im Klassenkampf"

Im Dezember 1965 hielt Erich Honecker auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED eine Grundsatzrede. Er war damals Sekretär für Sicherheitsfragen im Zentralkomitee der SED. Die zentrale Botschaft lautete: "Die Kulturpolitik unserer Partei wird erfolgreich verwirklicht". Dagegen wurden die Beatles und die Rolling Stones als Verbreiter der westlichen "Unmoral und Dekadenz" angeprangert. Durch ihr Auftreten würde die Moral zersetzt sowie Gewalt und die sexuelle Triebhaftigkeit gefördert.

Politbüromitglied und "SED-Chefideologe" Kurt Hager ergänzte: "Die Kunst ist immer Waffe im Klassenkampf." Dies bedeutete nichts anderes, als dass nach dem Plenum zahlreiche DDR-Filme verboten sowie Musiker, Schriftsteller und andere Künstler in ihrer Arbeit behindert wurden.

Stasi-Chef Mielke reagierte auf die veränderte Richtung in der Kulturpolitik mit der Dienstanweisung 4/66, ergänzt durch den Befehl 11/66 (gültig bis 1989).