Risiko Lindenberg nicht kalkulierbar

Nach dem Auftritt Lindenbergs wurde eine für 1984 geplante Tournee des Künstlers durch die DDR wurde abgesagt. Der Chef der Künstler-Agentur der DDR, Hermann Falk, hatte sich vehement dagegen ausgesprochen.

Weil die westdeutsche Band BAP im Januar 1984 kurzfristig einen geplanten Auftritt in Ost-Berlin absagte, legte der FDJ-Zentralrat fest, dass Rockgruppen aus dem Ausland nur noch mit seiner Zustimmung auftreten durften. Eberhard Aurich, 1. Sekretär des FDJ-Zentralrates, informierte darüber im Januar 1984 die zuständige Stasi-Hauptabteilung XX. Unter Punkt 4 heißt es auch: "Die vorgesehene Tournee des Udo Lindenberg in der DDR wird nicht stattfinden." Vorgeschobene Gründe mussten herhalten. Das Risiko Lindenberg schien nicht kalkulierbar. Der Auftritt im Palast der Republik im Oktober 1983 sollte sein einziges Konzert in der DDR vor dem Mauerfall bleiben.