Udo rockt in Ostberlin

Trotz seines "dekadenten" Auftretens durfte Lindenberg in der "Hauptstadt der DDR" rocken. Diese jähe Wendung verursachte Lindenbergs Konzert-Manager Fritz Rau. Zum großen Friedensfest der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Palast der Republik sollten auch internationale Künstler auftreten. Der US-Sänger Harry Belafonte, Vietnamkriegsgegner und Friedenskämpfer, war bereit. Für dieses verlockende Angebot schluckten die DDR-Oberen sogar eine Kröte, die ihnen Fritz Rau servierte: Belafonte tritt auf, wenn Udo Lindenberg singt.

Nach der Entscheidung für Lindenbergs Auftritt überwachten verschiedene Stasi-Diensteinheiten die Vorbereitungen, das Konzert und die Reaktionen darauf. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) berichteten über Meinungen zur Auftrittserlaubnis und zur Kartenvergabe. Am Tag des Auftritts war die Stasi im Großeinsatz und "sicherte" den Palast der Republik. Mitarbeiter fotografierten Lindenbergs Einreise und observierten die akkreditierten Journalisten. Ein IM berichtete sogar direkt aus dem Umfeld des Sängers.