Wirksamkeit der Propaganda

Im Zuge der Rückkehrer-Kampagne von 1985 hatte Stasi-Minister Erich Mielke selbst die Wiederaufnahme einiger Rückkehrer verfügt. Ihre Erzählungen von der Enttäuschung im Westen sollten veröffentlicht werden und so neue Ausreisewillige von ihrem Vorhaben abbringen. Die Rechnung ging jedoch nicht auf; sogar die Stasi selbst notierte, dass Ausreisewillige die Schilderungen der Rückkehrer für staatliche Propaganda hielten und ihre Ausreiseanträge nicht zurücknahmen. Damit hatte die Kampagne ihren Zweck verfehlt.

Die Bezirksverwaltung der Stasi in Dresden plante deshalb, andere Rückkehrer nicht mehr direkt mit Ausreisewilligen zu konfrontieren, weil sich diese nicht umstimmen ließen. Stattdessen sollten sie präventiv "potentielle Übersiedlungsersuchende" überzeugen, in der DDR zu bleiben.

So schilderte auch der zurückgekehrte Naturwissenschaftler seinen Fall vornehmlich bei Terminen mit wichtigen Funktionsträgern des Bezirks. Doch auch westlichen Journalisten wurde gestattet, ihn zu interviewen, und mit ausgewählten Ausreisewilligen wurden Gespräche arrangiert.