Prüfungsgespräch vor der Rückkehr

Etwa sechs Monate nach der ersten Bitte um Rückkehr durfte der Naturwissenschaftler ausnahmsweise für drei Tage in die DDR einreisen – zur Beerdigung seiner Mutter. In der Wohnung seiner Verlobten befragte ihn ein Mitarbeiter der Stasi, der sich als Mitarbeiter des Kombinats vorstellte, über sein Leben in der Bundesrepublik, die Motive seiner Rückkehr und seine Pläne für das zukünftige Leben in der DDR.

Dem Rückkehrwilligen war vermutlich bewusst, dass sich bei Wohlverhalten die Aufnahmechancen erhöhten. So bot er an, den staatlichen Kampf gegen die Übersiedlungen in den Westen zu unterstützen: Er war bereit, seine Ausreise öffentlich als Fehler darzustellen und andere Ausreisewillige in Gesprächen von ihren Plänen abzubringen.