Vorbereitung der Wiederaufnahme

Die Rückkehr in die DDR wurde allerdings vorerst gestoppt. Im November 1985 sprach sich die Bezirksverwaltung gegen die Aufnahme aus, weil der "Umerziehungsprozess" misslingen und der Rückkehrwillige aufgrund seiner "negativen politisch-ideologischen Grundposition" und seiner "Charakterschwächen" zum "öffentlichkeitswirksamen Problemfall" werden könne. Der Naturwissenschaftler und seine Lebensgefährtin ahnten natürlich nicht, dass sich das Blatt gewendet hatte. Zwischen September 1985 und Januar 1986 wiederholten sie in weiteren Briefen an staatliche Stellen der DDR ihren Wunsch nach Rückkehr des Mannes, um eine Familie gründen zu können. Die Frau bekundete immer wieder, wie sehr die Ungewissheit über die Zukunft sie belastete.

Auf Betreiben der Zentralen Koordinierungsgruppe (ZKG) in der Berliner Stasi-Zentrale, die Fluchten und Übersiedlungen verhindern sollte, prüfte die Bezirksverwaltung den Fall erneut. Nach Beratung mit dem Ersten Sekretär der SED-Bezirksleitung der SED stimmte sie der Rückkehr doch noch zu. Bei der Aufnahme wollte die Stasi nichts dem Zufall überlassen: Auf der Grundlage eines detaillierten Operativplans sollten der Rückkehrer und sein Umfeld erneut durch die Stasi überwacht und bespitzelt werden. In der Logik der Stasi galt der Mann als "Verräter", der sich nun erst bewähren sollte, bevor er in die Heimat zurückkehren durfte.